Schädlinge im Maisfeld erkennen und wirksam bekämpfen

Maisfeld-Fotografie von Joel Debus

Bald steht die Maisernte an. Von September bis Oktober ist es soweit.

Auf manchen Feldern wird sogar bereits damit begonnen. Mais zählt zu

den wichtigsten Anbauprodukten Deutschlands. In diesem Blog schauen

wir uns an, in welchem Ausmaß der Maisanbau seit den 1960er Jahren

gewachsen ist. Wir werden sehen, wann die ersten Schädlinge hinzukamen

und schauen, ob auch deren Population parallel zu den

Maisanbauflächen gewachsen ist.

Wofür wird Mais verwendet?

Aus Mais können wir eine ganze Menge herstellen. Zunächst ist er eine vielfältige Nahrungsquelle für uns Menschen: Dosenmais, Popcorn, Zucker oder Tortillas stellen wir aus Mais her. Wir knabbern mit Genuss an Maiskolben und bei Grillfesten macht er immer eine gute Figur auf dem Rost. Für unsere Nahrung nutzen wir Körnermais.

Weitaus bedeutender ist beim Anbau jedoch der Silomais. Für das Vieh (Rinder und Schweine) liefert er ein nährstoffreiches Futter.

Inzwischen gehen Entwicklungen sogar dahin, aus Mais eine Plastikalternative herzustellen, die sich Biopolymer nennt.

In Biogasanlagen kann Silomais sogar in Biogas umgewandelt werden. Unter den Nutzpflanzen, aus denen Biogas hergestellt werden kann, besitzt Mais die meiste Energie. Inzwischen gibt es 12.000 Biogasanlagen, für deren Nutzung extra Silomais angebaut wird.

Solche Möglichkeiten zusammen mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz von 2004 setzten in Gang, dass in Deutschland in den letzten 20 Jahren noch viel mehr Mais angebaut wurde.

Maisfeld-Fotografie Joel Debus
Maisfeld, Fotografie-Joel Debus

Maisanbau in Deutschland

Erst in den 1960er-Jahren wurde vermehrt und professionell Mais angebaut. Nur durch kälteunempfindlichere Züchtungen konnte die Pflanze in Deutschland gedeihen. Unkrautvernichter und technische Fortschritte machten aus der zuvor pflegeintensiven Pflanze ein lukratives Geschäft voller Möglichkeiten.

10 Jahre später, in den 1970er-Jahren, hatte sich der Maisanbau in Deutschland bereits verzwanzigfacht. Trotzdem lag die Zahl noch unter 500.000 Hektar. 1990 überstieg die Maisanbaufläche in Hektar dann die 1,5 Millionen.

Und im Jahr 2025 streckt sich der Mais über eine Landschaft von 2.451.600 Hektar. Bezogen auf die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche bedeutet das, dass die Maisproduktion 20 % davon einnimmt.

Inzwischen locken manche Landwirte Besucher mit Maislabyrinthen, organisierte Maisdiebe schlagen immer wieder zu und Kritiker sprechen sogar von einer „Vermaisung“ Deutschlands. Eines ist klar, zwei Maisschädlinge würden eher von einem Schlaraffenland sprechen: Maiszünsler und Maiswurzelbohrer.

Warum sich Schädlinge im Maisanbau immer weiter ausbreiten

Ein Vorteil des Maisanbaus ist, dass Landwirte Mais mehrere Jahre hintereinander auf demselben Feld anbauen können, ohne dass er den Boden direkt auslaugt. Diesen Vorteil machen sich leider auch zwei Schädlinge zunutze.

In den 1970er Jahren tauchte in Bayern der Maiszünsler auf. 2006 fand man die ersten Exemplare in Niedersachsen. Mittlerweile ist er überall, wo Landwirte Mais anbauen. Er nutzt die Maispflanzen zur Überwinterung, legt dort seinen Nachwuchs ab und ernährt sich vollständig durch die Maispflanze.

Zur Population des Maiszünslers liegen bisher keine genauen Zahlen vor. Da die Maisanbauflächen jedoch wachsen und auf all diesen Flächen Maiszünsler vorkommen, steigt vermutlich auch die Zahl der Maiszünsler. Im Süden Deutschlands vermehren sich Maiszünsler besonders schnell. Dort entstehen jedes Jahr bis zu drei Generationen Nachwuchs.

Hinzu kommt, dass die Maiszünsler, die im Süden Deutschlands vorkommen, bis zu 3 Generation an Nachwuchs pro Jahr hervorbringen, wodurch deren Anzahl noch wachsen wird.

Wir bleiben im Süden Deutschlands, der leider von Maisschädlingen besonders gebeutelt wird. In den 1990er Jahren kam der Maiswurzelbohrer aus den USA nach Europa. Jetzt richtet er vor allem Schäden in Bayern und Baden-Württemberg an. Die Larven des Käfers fressen an den Wurzeln, wodurch die Pflanzen weniger Wasser und Nährstoffe aufnehmen können und leichter umkippen.

Die Zahlen des Maiswurzelbohrers stiegen seitdem. 2022 fanden sich so viele wie noch nie in den aufgestellten Fallen. In Bayern waren es 40.500 und in Baden-Württemberg 300.000.

Maiszünsler bekämpfen

Durch den Einsatz natürlicher Nützlinge kann der Maiszünsler auf umweltschonende Weise bekämpft werden. Besonders wirksam ist dabei die Schlupfwespe Trichogramma brassicae.

Trichogramma brassicae ist ein natürlicher Feind des Maiszünslers und bekämpft ihn bereits im Ei-Stadium. Das macht sie, indem sie ihre Eier direkt in die Eier des Maiszünslers ablegt. Dadurch entwickelt sich die junge Schlupfwespe im Inneren des Wirts und verhindert, dass eine Schädlings-Larve schlüpft. Stattdessen entsteht eine neue Schlupfwespe.

Der Einsatz von Trichogramma wird ab einem Befall von etwa 20 bis 30 Prozent empfohlen. Bei einer frühzeitigen Ausbringung kann ein großer Teil der Maiszünsler-Eier parasitiert werden. So lässt sich der Befall wirksam unter die wirtschaftliche Schadschwelle senken. Gleichzeitig bleiben andere wichtige Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen geschützt. Die Methode gilt deshalb als effizient und resistenzarm.

FAZIT

So imposant die riesigen Flächen des Maisanbaus sind, so erschreckend sind auch die Zahlen der Schädlinge. Sofern sie denn überhaupt zählbar sind.

Der Mais ist eine vielfältige und beeindruckende Pflanze. Leider folgt ihm auf Schritt und Tritt ein zerstörerisches Schädlingsduo: Maiszünsler & Maiswurzelbohrer. Sie wachsen mit ihm, das ist ein Problem. Je mehr Mais es gibt, desto mehr von den Schädlingen muss er beherbergen.

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