verringerte Legeleistung und mindere Qualität der Eier
Dünne, brüchige Eierschalen, Windeier oder sinkende Legeleistung lassen schnell eine unangenehme Sorge aufsteigen: Sind die Hühner ernsthaft krank?
Oft ist die Ursache weniger dramatisch: In vielen Fällen steckt ein Mineralstoffmangel dahinter — und der lässt sich gezielt ausgleichen.
Der enorme Mineralstoffbedarf von Legehennen
Hoher Calciumbedarf: Die Produktion von einem Ei kostet die Henne etwa 2 g Calcium. Sie zieht sich diesen wichtigen Mineralstoff aus den eigenen Knochen. Darin liegen jedoch nur 5 g vorrätig[1]. Eine Reserve, die schnell aufgebraucht ist.
Im Verhältnis zu den eigenen Vorräten des Huhns ein gewaltiger Calciumverbrauch. Dieser Bedarf steigert sich sogar noch, wenn die Tiere älter werden[2].
immense Legeleistung: Nach der 18. Lebenswoche erreichen Legehennen in der Regel ihre Höchstform. In dieser Phase können sie beinahe jeden Tag ein Ei legen. Danach gehen die Legeleistungen schrittweise zurück. Dennoch kommen sie in einem produktionsreichen Leben von etwa 500 Tagen auf 420-440 Eiern [1]. Das sind wenige freie Sonntage.
Merksatzkasten:
Ein Großteil der Eierschale besteht aus Calcium. Das muss die Henne Tag für Tag neu bereitstellen.
Typische Anzeichen eines Mineralstoffmangels
Durch den hohen Verbrauch und die sportliche Legeleistung der Hühner, können die Mineralstoffvorräte schnell erschöpft sein. Huhn und Ei zeigen schnell erste Anzeichen solcher Nährstofflücken.
Warnzeichen am Ei:
- Dünne oder brüchige Schale (mindere Schalenqualität)
- Windeier (Eier mit nur einer hauchdünnen oder gar keiner Schale)
- Summe der gelegten Eier nimmt ab (einbrechende Legeleistung)
Warnzeichen am Huhn:
- Schwaches Immunsystem, anfälliger für Krankheiten [2]
- Anfälliger für Stress
- Unnormaler Knochenwuchs
- Knochenschwund (Osteoporose) [4]
- Käfigmüdigkeit [4]
Vor allem diese Mineralstoffe stabilisieren die Legeleistung
Unter den Mineralstoffen gibt es die Mengen- und die Spurenelemente. Beide sind entscheidend für Gesundheit und Legeleistung der Hühner.
Mengenelemente
- Calcium →Schalenbildung
- Phosphor → Stoffwechsel und Knochen
- Sodium und Kalium → Wasser-, Salzhaushalt
Spurenelemente
- Mangan → Eischalenqualität
- Jod → reibungslose Schilddrüsenfunktion
- Selen → Legeleistung, Stoffwechsel und Fruchtbarkeit [5]
- Zink → Immunsystem [5] und hilft bei Stress, besonders bei Hitzestress [3]
Mineralstoffmangel trotz ausgewogenem Alleinfutter
Das Leben einer Legehenne hält einige Strapazen bereit, die den Nährstoffverbrauch erhöhen. Selbst wenn Alleinfutter gegeben wird, gibt es Situation, in denen der Bedarf darüber hinausgeht. In solchen Phasen zeigen sich häufig Mineralstoffmängel.
- Stress: Hühner sind sensible Tiere. Stress verschiedener Formen macht ihnen zu schaffen — vor allem Hitzestress. Er kann ihren Appetit schmälern und somit die Nahrungsaufnahme drosseln. Vor allem aber erhöht er deren Energieverbrauch und damit auch den Mineralstoffbedarf[3].
- Wachstum und Legebeginn: Hühner durchlaufen verschiedene Lebensphasen. Noch während sie im Wachstum sind, legen sie bereits Eier. In solchen Phasen benötigen sie mehr Nährstoffe[1].
- Zunehmendes Alter: Bei älteren Hennen (60-70 Wochen) steigt der Calciumbedarf. Da das Calcium aus den Knochen gezogen wird, wird ein Defizit schnell und schmerzlich sichtbar.
Ergänzungsfuttermittel unterstützen gezielt
Genau hier können bestimmte Ergänzungsfuttermittel sinnvoll unterstützen, indem sie einen erhöhten Nährstoffbedarf auffangen.
Gezielte Mineralstoffergänzungen können helfen, die…
- Schalenqualität zu verbessern
- Legeleistung zu stabilisieren
- Gesundheit zu stärken
- Stressphasen zu lindern
- Legeleistung älterer Hennen zu verlängern
Praxistipp
Das Huhn bildet die Eierschale größtenteils während der Nacht. Der hohe Calcium-Bedarf entsteht also genau dann, wenn es schläft, nicht frisst und kein zusätzliches Calcium aufnehmen kann[1].
Wenn Calcium nachmittags zugefüttert wird, wird diese wichtige Phase der Eibildung unterstützt.
Fazit: erhöhten Mineralstoffbedarf mit Ergänzungsfuttermitteln abfangen
Eine stabile Legeleistung und weiterhin gesunde Tiere erreicht, wer die Lebensphasen und Belastungen seiner Tiere kennt und im Blick behält.
Gezielte Ergänzungen schließen Versorgungslücken genau dann, wenn der Bedarf steigt.
Genutzte Quellen:
[1] Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e.V.:
Verlängerung der Haltungsdauer bei Legehennen
(abgerufen am 8.05.2026)
[2] Doug Korver, PhD, University of Alberta
Nutritional requirements of poultry
(abgerufen am 8.05.2026)
[3] Sugiharto, S., Pinyosnit, N. & Nuengjamnong, C. A,
(abgerufen am 8.05.2026
[4] Doug Korver, PhD, University of Alberta
Mineral deficiencies in poultry
(abgerufen am 8.05.2026)
[5] Wilfried Brade, Gerhard Flachowsky, Lars Schrader,
Landbauforschung Sonderheft / Special Issue 322
Zur PDF-Datei → Legehuhnzucht und Eiererzeugung Empfehlungen für die Praxis
(abgerufen 11.05.2026)