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Kälber und Kühe im Kältestress

(Bild:Shutterstock)

Frost bringt Energieverlust

In diesem Blog schauen wir, wann Kälber und Kühe frieren und was der Kältestress mit ihren Körpern anrichtet.

Kälber und Kühe haben noch eine sehr unterschiedliche Kältetoleranz. Wir werden sehen, was mit den Kleinen und den Großen geschieht, wenn die Kälte an ihnen zerrt.

Wir wollen wissen, womit man beide schützen kann. Sie sollen im Winter keine kostbare Energie vergeuden, gesund bleiben und die kalten Temperaturen genießen können.

 

Kälber bleiben klein, wenn es kalt wird

Kälber frieren schnell. Das hat mit einem Phänomen zu tun, das die Bergmannsche Regel genannt wird. Sie besagt, dass ein Lebewesen mit einer großen Körperfläche und einem im Verhältnis dazu stehenden geringen Körpervolumen schneller auskühlt. Genau das ist bei einem Kalb der Fall. Es ist sehr dünn. Doch bietet der lange Körper viel Angriffsfläche für Wind und Wetter.

Wenn ein Körper dann wächst, wächst das Körpervolumen stärker als die Körperfläche. Man kann sich das gut an einer Flasche vorstellen: Eine 0,2 Liter Flasche hat viel Fläche und ein sehr geringes Fassungsvermögen. Wenn wir uns eine 1,5 Liter Flasche vorstellen, ist wenig Material hinzugekommen, das Volumen ist aber stark angestiegen. Die Flüssigkeit in der kleineren Flasche kühlt viel schneller aus.

Das Alter der Kälber ist daher entscheidend. Je älter sie werden, desto robuster werden sie gegen die Kälte. Denn ihr Körpervolumen wird erst allmählich gefüllt. In den ersten 3 Wochen kämpft der kleine Körper bereits unter 15°C mit der Kälte. Wenn sie älter werden, überstehen sie auch Temperaturen bis 5°C, erfahren wir auf wir-sind-tierarzt.de. Als ausgewachsene Kuh erreicht das Kalb dann ein Körpergewicht von 700 kg. Ein Vielfaches von den 40 kg, mit denen es ins Leben gestolpert ist.

Ein weiterer Grund, warum Kälber schnell frieren, ist der Pansen. Dieser wärmt die Kühe von innen heraus wie eine Heizung. Sie wird leider erst in Betrieb genommen, sobald die Kälber 200 kg wiegen, erfahren wir auf milchpraxis.com.

Die einzige Möglichkeit, wie sich Kälber von innen heraus wärmen können, ist durch die Energie, die sie über ihr Futter bekommen. Wie ein Ofen, der nur wärmt, wenn er mit Holzscheiten gefüttert wird. Kälber brauchen in dieser Zeit mehr Futter und zusätzliche Milch.

An der Kälte haben Kälber besonders zu kauen. Der kleine Körper, der eigentlich all seine Energie in seinem Wachstum bündeln sollte, behält davon nicht viel: Er wächst nicht mehr. Auch das Immunsystem ist durch die Kälte geschwächt. Es kann das Kalb nicht mehr davor bewahren, krank zu werden.

Während die reine Kälte den Kälbern schon die Energie raubt, macht sie die Kühe erstmal munter. Zumindest so lange, bis es nass wird.

 

Kühe und die nasse Kälte

Die nasse Kälte kennen wir in Deutschland zur Genüge. Sie begleitet unseren Winter. Weiße Weihnacht ist ein seltenes und scheues Phänomen. Schlammig-braune Weiden, graue Himmel, feuchte Winde und ausdauernde Regenschauer hingegen ein vertrautes Ärgernis.

Kalte Temperaturen an sich machen der Kuh wenig aus. Zwischen -7 und 15°C sind sie lebendig und ausgelassen. Sie genießen die kühlen Temperaturen. Allerdings nur, wenn es trocken ist. 

Feuchte Kälte, Regen und Wind lassen die ausgewachsene Kuh ganz und gar nicht kalt: Sie verliert Wärme und Energie. Die Tiere zittern, das Fell stellt sich auf, der Rücken bäumt sich und sie vermeidet es, auf dem Boden zu liegen, erfahren wir auf  agrarheute.com. So wenig Berührung mit der Kälte wie möglich. 

Wenn sie jedoch mit allem versorgt ist, kann sie dem Winter, selbst unserem nassen, grauen Winter, gut trotzen. Dafür braucht sie die richtigen Nährstoffe, damit ihr Pansen sie wärmen kann. Außerdem benötigt sie einen trockenen Unterschlupf und muss gesund sein.

Wenn sie alles hat, was sie braucht, sorgt sie selbst dafür, dass ihr warm wird. Sie produziert ihre eigene Wärme und bewegt sich gleichzeitig weniger, erfahren wir auf deutschlandfunk.de.

Nicht nur die Kühe werden von der Kälte bedroht. Auch das Futter fürchtet sich vor dem Frost.

 

Keine Tiefkühlkost für Kühe!

Wenn Kühe gefrorenes Futter fressen, kühlt es sie von Innen aus. Das Futter kann frieren! Es liegt auf dem Futtertisch, ist vielleicht sogar feucht, schon wuchern gefrorene Frostkristalle dazwischen.

An dieser Tiefkühlkost hat die Kuh schwer zu kauen. Der Magen muss viel Energie aufbringen, um das Futter aufzutauen. Dadurch fährt der Magen seine Produktivität herunter, erfahren wir auf landwirt-media.com.

Der unterkühlte Verdauungsapparat hat Störungen, was man am Endprodukt sieht: Durchfall.

Man könnte trockenes Futter hinzumischen. Heu zum Beispiel. Etwas, das wenig Wasser enthält und nicht friert.

Mit dem Frost zu kämpfen haben auch die Vitamine. Denn selbst in der Silolagerung oder als Silage knabbert der Frost die Vitaminanteile weg. Je länger die Futterernte liegt, desto satter frisst sich der Frost an dem Vitamingehalt, erfahren wir auf fulminant-futtermittel.com.

Doch die Vitamine sind wichtig:

Vitamin E ist wichtig für die Fruchtbarkeit und die Immunabwehr. Hierfür arbeitet es mit dem Spurenelement Selen zusammen. Vitamin A hat unüberschaubar viele Aufgaben: Ausbildung des Nervensystems, der roten Blutkörperchen, der Haut und Schleimhäute. Selbst bei der Produktion von Östrogen und Testosteron hat es seine Finger im Spiel. Vitamin D ist wichtig für den Calciumstoffwechsel. Diese Vitamine dürfen nicht fehlen.

Genug von Kälte und Frost. Jetzt wollen wir wissen, wie wir den Tieren einheizen können.

 

Kälbern einheizen

Trockenes Fell: Unter trockenem Fell bildet sich Luft. Sie klemmt sich zwischen die Fellhaare und isoliert zusätzlich. Gerade im Winter sollte man Kälber daher trocken rubbeln.

Nasses Fell hingegen liegt platt und schwer auf dem Kalb. Es kann nicht isolieren. Regen, feuchte Winde oder eine hohe Luftfeuchtigkeit können das schon auslösen. 

Kälberdecken: Mit einer Kälberdecke kann das Kalb die Wärme, die es ausstrahlt, behalten und die Kälte von außen nicht so nah ranlassen. Kälber verbrauchen dadurch weniger Energie und können die gesparte für ihr Wachstum verwenden. Sauber und trocken sollten die Kälberdecken sein. Ebenso das Fell darunter. Sonst wird die Feuchtigkeit aufgefangen. 

Erhöhten Kalorienbedarf decken: Mehr Futter (eine Mahlzeit mehr) und mehr zu Trinken (2 Liter zusätzlich). Denn es wird mehr Energie verbraucht als sonst, erfahren wir auf diegruene.ch.

Warmes Wasser: Warmes Wasser kostet weniger Energie als kaltes. Denn kaltes Wasser muss erstmal vom Körper unter Energieaufwand erwärmt werden.

Luftstrom verhindern: keine Zugluft, keine kalten Wände (denn Kälber lehnen sich gerne an) und keine kalte Fallluft. Fallluft entsteht an Wänden ohne Dach oder Decke. Wenn sich unten warme Luft staut, fällt die kalte Luft von oben nach unten. So ergibt sich auf natürliche Weise ein Luftstrom, der die Kälber auskühlt.

Trockene Einstreu: Tief muss sie sein. Wenn sich die Kälber hineinlegen, müssen die Beine darin versinken. Nur so werden auch die Organe in dem Kalb vor der Kälte geschützt.

Saubere Luft: Wo es warm ist, kann sich leider viel sammeln. Auch schlechte Gerüchte. Sie schaden den Atemwegen der Tiere.

 

Kühe retten vor der nassen Kälte

Solange die Kühe mit allen Stoffen versorgt sind und Schutz vor nasser Kälte bekommen, ist bei ihnen alles in Ordnung.

Hecken, Strohballwände oder Waldränder können diesen Schutz bereits bieten. Damit können sie Temperaturen von -30°C standhalten. 

Kühe liegen gerne. Zum Dösen, Energiegewinn und Wiederkäuen brauchen sie ihre Liegephasen. Über den Tag verteilt sind es insgesamt 12-14 Stunden. Dafür brauchen sie eine warme und weiche Fläche, sonst kühlen sie und ihre Organe schnell aus. 3 Kilo Bodenstreu pro Tag bieten ihnen einen bequemen Platz.

Wenn der ganze Boden permanent feucht und schlammig ist, kann es zu Problemen an den Klauen kommen. Hierzu haben wir bereits einen Blog geschrieben: Klauenbeschwerden der Kuh.

So wie wir uns vor dem Winter mit dicken Jacken, aufgedrehten Heizkörpern und dampfendem Tee oder Glühwein schützen, brauchen auch Kälber und Kühe ein paar Extras.

 

Produkte von Feld und Stall

Kälberdecken:

Kälberdecke für den Winter: Aus reißfestem und wasserdichtem Material.

Vitamine und Spurenelemente:

all-mineral-plus-bolus: Ergänzungsfuttermittel für eine langfristige Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen.

Se-Pill: Selenbolus: Vitamin E und Selen reduzieren Muskelschwäche. Gegen Schadstoffe.

Toco-Sel-Bolus: Mit Vitamin E und Selen, essentiell für eine optimale Fruchtbarkeit, Wachstum und Immunsystem.

Pulte Pucosal: Pflanzliche Öle und Fette

Einstreu:

Witteler Cumbasil mikrofein gemahlenes Silikatgesteinsmehl für Liegeboxen im Stall: Wirksame Abtrocknung der behandelten Flächen, verminderter Keimdruck, Beschleunigte Verrottungsvorgänge von Festmist und Gülle.

Calgosec Stalleinstreu: Verbessert die Luftqualität im Stall, trocknet Stall- und Liegeflächen.

Klauengesundheit:

Eimü Klauen-Sprint Akut Salbe: Deckt offene Hautstellen ab, schützt sie gegen Schmutz und Keime und begleitet die natürliche Heilung.

Podofeet-Max: Zur Klauendesinfektion: Flüssigkonzentrat zur Hufdesinfektion.

 

Fazit

So hart der Winter sein mag, für die Kühe bietet er eine willkommene Auszeit von Hitzestress und Insektenbefall.

Trotzdem bedürfen Kälber und Kühe unserer Unterstützung. Wir können einiges tun, damit sie die kalten Temperaturen genießen können und sich nicht winden vor Kälteschauern.

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