Die Kartoffelernte in Deutschland ist in Gefahr. Es werden Qualitätseinbuße und Ernteausfälle befürchtet. Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind inzwischen vor allem betroffen.
Ursache des Debakels ist die Schilf-Glasflügelzikade, die an den Feldfrüchten saugt und dabei die Pflanzenkrankheit Stolbur hinterlässt.
Im letzten Jahr brachte das die Zuckerrübenbauern und Bäuerin zur Verzweiflung. 75.000 Hektar ihrer Felder wurden dezimiert.
Die Vielfalt der Feldfrüchte, auf die sich die Schilf-Glasflügelzikade stürzt und die sie ruiniert, wächst. Inzwischen stehen neben vielen heimischen und beliebten Anbausorten auch Kartoffeln auf diesem verheerenden Speiseplan.
Ab Mai machen sich die ersten Schilf-Glasflügelzikaden über die Felder her. Denn heißes und trockenes Klima begünstigt deren Vermehrung. Sie gehört zu einer Zikadenart von insgesamt 619 in Deutschland. Dabei reicht schon eine aus, um die Ernte zu vermiesen.
Das Insekt, das eng mit den Wanzen verwandt ist, saugt an den Feldfrüchten der Äcker, die sie sich auserkoren hat und legt den Nachwuchs in den Boden. Die Nymphen überwintern dort und saugen die Knollen und Wurzeln aus, die sie dort vorfinden.
Der Fraß fällt weniger ins Gewicht als das, was Stolbur von den Feldfrüchten übriglässt.