Mikroalgen in der Landwirtschaft

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Die Landwirtschaft greift nach neuen Strängen, um zu wachsen

In diesem Blog schauen wir uns an, wie die deutsche Landwirtschaft Mikroalgen für sich entdeckt.

Algen werden gezielt angebaut und vor allem als Nahrungsergänzungsmittel bereitgestellt. Außerdem werden sie ins Viehfutter gemischt und versprechen einige gesundheitliche Vorteile.

Das schauen wir uns genauer an und gehen der Frage nach, ob die Mikroalgen in Deutschland Wurzeln schlagen können.

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Vorhang auf für die Alge: Multitalent

Algen spielen bereits in vielen Bereichen eine Rolle. Vielleicht der neue Star der Ernährung? Auf jeden Fall würdig, auch in unseren Breiten mehr Beachtung zu finden und nicht nur eine Nebenrolle zugewiesen zu bekommen.

Algen werden natürlich schon seit Jahrhunderten verwendet, immerhin gehören sie zu den ältesten Organismen unserer Erde.  In Küstenregionen wird noch immer mit Algen gedüngt. Und wann immer die Nahrung knapp wurde, schmiss man dem Vieh Algen in den Trog.

Auch wir Menschen verköstigen uns mit Algen unterschiedlichster Art: Die Nori-Alge hält in Japan das Sushi zusammen oder würzt die japanische Nudelsuppe Ramen. In Frankreich verfeinert die Ulva-Alge Salate.

Doch Algen vermögen weit mehr, als nur unsere Geschmacksnerven zu beflügeln. Sie finden eine neue Bestimmung in der Kosmetik, Medizin, als Bausubstanz und sogar als neuer alternativer Treibstoff.

Algenpulver
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Makro- und Mikroalgen

Von den tausenden Algenarten, die es auf der Welt gibt, teilen wir sie in 4 große Kategorien ein: Süßwasser- oder Salzwasseralgen und Makro- oder Mikroalgen.

Makroalgen: Makroalgen sind so groß, dass sie für uns sichtbar sind. Zu ihnen gehören 20 % aller Algenarten unseres Planeten.

Unsere Landwirtschaft interessiert sich allerdings mehr für die Mikroalgen.

Mikroalgen: Mikroalgen können wir nicht sehen, zumindest nicht richtig. Tauchen wir die Hand in ein Becken voller Mikroalgen, sehen wir, dass das Wasser moosgrün ist und zahllose moosgrüne Pünktchen enthält. Ein Mikroskop würde uns mehr zeigen. So klein sie auch sind, 80% aller Algen gehören zu den Mikroalgen.

Für den Mikroalgenanbau bei uns haben wir uns auf zwei Arten konzentriert: Spirulina und Chlorella.

Algenproduktion in Deutschland

Die Mikroalgenproduktion ist unter anderem wegen zwei wesentlichen Punkten von Interesse für die Landwirtschaft. Zum einen wachsen Algen schneller als Landpflanzen. Obwohl beide Fotosynthese betreiben und CO² aus der Luft saugen, nutzen Algen ihre Ressourcen effektiver und wachsen dadurch schneller.

Zweitens lassen sich die Algen, die in überdachten Becken oder geschlossenen Röhren wachsen, besser gegen das immer unberechenbarer werdende Wetter schützen. Ein frisches Agrarprodukt, das im Inneren gedeihen kann, orts- und größtenteils wetterunabhängig (denn natürlich brauchen sie Sonne).

Bereits ein paar landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland sind dieser neuen Möglichkeit gefolgt. 11 Unternehmen versammeln sich im Norden unterm Dach der „Deutschen Algengenossenschaft eG“ und noch 3 weitere verteilen sich im Rest des Landes.

Für die Spirulinaalgen werden offene Becken benötigt, die erwärmt und durchgepumpt werden können. Darin werden die Algen gewärmt und immer wieder durchmischt, damit jede Alge am Sonnenlicht wachsen kann. Ausgebracht im März und eingeholt spätestens im Oktober.

Die Chlorella-Algen sind empfindlicher. Sie reagieren auf Verunreinigungen im Becken und sind anfälliger für Fressfeinde oder Konkurrenzalgen. Daher werden sie behütet in einer Nährlösung angesetzt, die völlig abgeschlossen ist, Röhren aus Glas oder Kunststoff.

Am Ende werden die schonend getrockneten Algen zermahlen zu Pulver oder grob gehäckselt zu Granulat.

Algen als Viehfutter

Kaninchen, Geflügel, Wiederkäuer und Schweine kommen inzwischen in den Genuss, ihr Futter mit Algen ergänzt zu bekommen. Dabei konnte festgestellt werden, dass die Leistung und die Gesundheit sich erhöhen.

Das Besondere an Algen sind die vielen Aminosäuren, welche die Grundbausteine von Eiweißen sind. Speziell Chlorella und Spirulina enthalten jeweils 60% pflanzlichen Eiweißes.

Chlorella enthält darüber hinaus Eisen, viele Vitamine und vor allem Vitamin B12. Spirulina ist gefüllt mit Kalzium, Eisen, Magnesium, Beta Carotin und ebenfalls Vitamin B12.

Als man Kühne mit Spirulina fütterte, konnte man beobachten, dass sie mehr Milch produzierten, 21% mehr. Auch die Qualität der Milch steigerte sich: Fett-, Eiweiß- und Laktosewerte stiegen, während sich die somatischen Zellzahlen verringerten.

Auch wir von Feld und Stall haben die Algen bereits für unser Sortiment entdeckt: https://feldundstall.de/produkt/piggy-parex/

Fazit

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