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Ferien sind wichtig für die Gesundheit
In diesem Blog geht es um das Thema Urlaub. In der Landwirtschaft oft mit Sorge und teils Schwierigkeiten verbunden.
Wer übernimmt den Betrieb? Kann man sich Urlaub erlauben? Ist eine solche Auszeit überhaupt wichtig?
Keine Zeit für Urlaub: Der Hof steht niemals still
Gerade auf dem Hof gibt es Biorhythmen, die keinen Aufschub dulden. Sie kennen weder Weihnachten oder Feiertage noch die Erschöpfung oder das Urlaubsbedürfnis des Landwirts oder der Landwirtin, bzw. des Betriebsleiters oder der Betriebsleiterin.
Felder wollen besät oder abgeerntet und Kühe gemolken, Schweine gefüttert und Schafe geschoren werden.
Irgendwann erreicht jeden hektischen und arbeitsvollen Hof eine Zeit der Ruhe. Meist Ende August, wenn die Ernte eingefahren wurde. Dann verfällt der alltägliche Dauerlauf in einen leichten Trab. Ein guter Moment für eine Pause.
Keine Zeit für Pausen
Ein ausgewogenes Arbeitsmaß liegt bei 8 Stunden pro Tag und 40 Stunden in der Woche. Viele Landwirte und Landwirtinnen werden mit diesen Empfehlungen jedoch nicht weit kommen. Denn auf die täglichen Pflichten, die ein laufender Hof mit sich bringt, türmen sich nie enden wollende bürokratische Aufgaben: Fristen, Anträge und Protokolle. Da sind 8 Stunden am Tag schnell um.
Doch nach 8 Stunden schwindet unsere Konzentration. Wir werden erschöpft und fahrig. Unfälle aus Unachtsamkeit passieren.
Wer so unnachgiebig auf Hochtouren läuft (bis zu 12 Stunden am Tag), hat einen hohen Verschleiß und vielleicht keine lange Laufdauer. Es ist ein Sprint in Richtung Burnout.
Das Einschlafen fällt schwer. Kopfschmerzen kehren immer wieder. Die Verdauung revoltiert. Knochen, Muskeln und Gelenke beginnen zu schmerzen. All das, was uns täglich fortbewegt und mit dessen Hilfe wir unsere Arbeit verrichten können, all das schmerzt bei jedem Schritt.
Selbst nach solchen klaren Botschaften des Körpers können manche nicht aufhören zu arbeiten. Zu stark ist das Gefühl, dass ohne sie alles zusammenbrechen würde, dass es ohne sie schlicht nicht funktioniere. Weiter, weiter und weiter.
Schutz vor Druck, Verantwortung und Schuldzuweisungen
Lange Arbeitszeiten, wenig freie Tage, viel Verantwortung, ein Irrwald aus Bürokratie und Vorschriften, hektische und kurzsichtige Beschlüsse der Agrarpolitik und ein schlechtes Ansehen in Medien und manchen Gesellschaftsgruppen.
Und oft wird der Landwirtschaft die Schuld an vielen Miseren zugeschoben: Methanausstoß, Glyphosat, Klimawandel, Boden- und Luftverschmutzung.
All das sorgt dafür, dass ein großer Anteil der Landwirte und Landwirtinnen, der Menschen also, die unsere Gesellschaft mit Nahrung versorgen, auch noch gegen Angst, Depression und Burnouts kämpfen müssen.
Im Rahmen einer Masterarbeit (3800 Teilnehmer) konnte nachgewiesen werden, dass die Hälfte der Befragten unter einem der Symptome leidet.
Die meisten von ihnen machen jedoch einfach weiter. Sie beißen fest die Zähne aufeinander, kneifen beide Augen zu und schleppen sich irgendwie weiter: sie müssen funktionieren und überleben. Diese Mentalität treibt viele leidende Landwirte und Landwirtinnen weiter.
Das belastet. Aber vor allem macht es Urlaubsreif. Und wenn man jetzt nicht erntet, verkümmert und verschimmelt dieses Bedürfnis.
Was können wir durch unseren Urlaub gewinnen?
In oder mit der Natur arbeiten heißt nicht, dass man sie auch gleichzeitig genießen kann. Sowie harte körperliche Arbeit nicht bedeutet, dass man Sport treibt.
Beides jedoch, Natur und Sport helfen dabei, sich zu erholen. Mit etwas Sport heben wir unsere Stimmung und reduzieren Stress. Genau richtig.
Die Nähe und der Umgang mit uns vertrauten und geliebten Menschen hilft uns dabei, uns zu erholen. Auch hier erleben wir, wie unser Stress sich im unbeschwerten Umgang mit anderen Menschen verflüchtigt.
Allerdings, den Urlaub genießen können nur diejenigen, die sich keine Sorgen um den heimischen Betrieb machen müssen.
Betriebshelfer und Betriebshelferinnen
Zeit für Urlaub, Erholung und Regeneration. Aber wer übernimmt den Hof?
Manche Landwirte und Landwirtinnen haben Verwandte oder Bekannte, denen sie die Arbeit übergeben können. Manchmal sind sie aber auch zu alt oder eben noch zu jung, kommen mit der neuen Technik nicht mit oder haben schlicht kein Interesse.
In solchen Fällen kann man auf ausgebildete Betriebshelfer und Betriebshelferinnen zurückgreifen. Es gibt Organisationen, die eine derartige Unterstützung für Landwirtschaftsbetriebe bereitstellen und vermitteln.
Maschinenring ist eine davon: https://www.maschinenring.de/betriebshilfe.
Sie helfen aus, wenn Krankheit oder Tod den Hof heimsuchen. Aber auch, wenn Landwirte und Landwirtinnen ihr Bedürfnis auf Urlaub einfordern.
Fazit
Die Belastungen in der Landwirtschaft sind hoch, Erholung und Urlaub dürfen da nicht zu kurz kommen.
Genutzte Quellen:
Erholsamer Urlaub: Das braucht die Psyche wirklich – wissenschaft.de