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Ein glückliches Schwein lebt gesünder
In diesem Blog werfen wir einen Blick auf die Bedürfnisse des Schweins. Was tut ihm gut? Und was löst Stress, Krankheiten oder ein zerstörerisches Verhalten anderen Schweinen gegenüber aus?
Das intelligente und neugierige Tier verfügt über eine Kommunikation, die vieles ausdrücken kann. Und einiges davon können wir verstehen und für uns nutzen.
Das Schwein
Seit 10.000 Jahren ist das Schwein eine zuverlässige Nahrungsquelle für uns Menschen. Aus dem borstigen Wildschwein ist ein nacktes, rosa Schwein geworden. Auch wenn wir es ganz und gar in unsere Dienste genommen haben, hat es trotzdem natürliche Bedürfnisse bewahrt. Wenn es die Chance hat, diese auszuleben, gibt es ihm besser.
Es gibt Sachen, die die Haltungsform verbessern und die Haltung selbst für den Halter oder die Halterin leichter machen. Allein dafür lohnt es sich, das Schwein in seiner Vielfalt und Tiefe ein Stückchen besser kennenzulernen.
Einerseits kann das helfen, Schweinen Verhaltensstörungen, die durch die eintönige Intensivhaltung entstanden sind, abzugewöhnen. Und andererseits können Schweine durch ihre Neugierde und ihren Aktionsdrang, sogar aktiv dabei helfen, den Betrieb leichter zu führen.
Dafür müssen wir erstmal mehr über das Schwein herausbekommen.
Saustark: Forscher konnten Grunzlaute entschlüsseln
Über lange Zeit untersuchten Forscher und Forscherinnen die verschiedensten Laute, die Schweine in unterschiedlichen Haltungsformen von sich geben. Mithilfe künstlicher Intelligenz konnten diese Laute decodiert und positiven oder negativen Gefühlszuständen einwandfrei zugewiesen werden, erfahren wir auf nationalgeographic.de.
19 Abstufungen von Schweinelauten, die Gefühle ausdrücken, konnten festgestellt werden. Bei so viel Sprachgefühl wundert es nicht, dass Schweine auch auf unsere Stimmlage reagieren. Sie bemerken, ob es uns Menschen gut oder schlecht geht. Einfühlsam wie Hunde und Pferde also, erfahren wir auf peta.de.
Alles andere als ein langweiliges Tier
Schweine haben vielfältige Interessen und Genüsse. Sie hören gerne Musik, Muttersäue “singen” ihren Ferkeln vor, sie lernen begierig, speichern beflissen in ihrem Gedächtnis und fühlen mit Artgenossen.
Mit der richtigen Motivation lassen sie sich sogar für Computerspiele begeistern. Verhaltensforscher ließen Schweine Aufgaben am Computer lösen und mit dem Rüssel einen Joystick bedienen, erfahren wir auf science.orf.at. Ihr Rüssel ist dabei so hilfreich wie uns Menschen unsere Hände, denn jener enthält so viele Tastsinne wie unsere zwei Patschen zusammen.
Was sie gar nicht leiden können, ist Langeweile. Wenn sie keine Möglichkeit haben, sich selbst zu “unterhalten”, sei es durch das Zerwühlen der Erde, durch soziale Interaktion oder Wettrennen mit Artgenossen, empfinden sie Stress. Dieser hochkochende Stress macht sich Luft, indem sie anderen Schweinen die Ohren oder Schwänze abzwicken.
Eine saugute Unterstützung
Die sozialen Schweine bauen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben, eine Beziehung zu ihrem Halter oder ihrer Halterin auf. Diese Beziehung ist wichtig für sie und spiegelt sich positiv in ihrem Verhalten, erfahren wir auf ndr.de.
In dieser Beziehung kann man auch soweit gehen, den Schweinen Namen zu geben, denn darauf können sie hören. Das konnten Forscher und Forscherinnen in Dummerstorf beweisen. Sie gaben ihren Schweinen Namen (dreisilbig) und riefen sie zur Futterzeit mit ihren jeweiligen Namen auf.
Die einzelnen Schweine reagierten auf ihren Namen und marschierten gesittet zum Futtertrog.
Ein Bauer aus Dänemark ging so weit, seine Schweine gleich mitarbeiten zu lassen. Sie lernten, wie sie mit einem Joystick die Belüftung und Temperatur ihres Stalls regulieren konnten. So sorgten sie selbst für das Stallklima, das ihnen am besten behagte, erfahren wir auf zeit.de.
Schlammpackung
Schweine kümmern sich selbst um ihre Sauberkeit. In ihrem Lebensraum, ordnen sie Orten Funktionen zu: einen Platz zum Fressen, einer für die Notdurft und einen anderen zum Schlafen.
Sie haben keine Schweißdrüsen. Um ihren erhitzten Körper runterzukühlen bleibt ihnen nur ein Schlammbad mit dem herrlichen Nebeneffekt, den Körper dadurch vor Insekten und deren Krankheiten zu schützen, erfahren wir auf gaumenhoch.at.
Von selbst saugesund
Ein Schweinehalter aus der Nähe von Wolfsburg sieht seinen Schweinen ihre Zufriedenheit an, ganz ohne Computer und künstliche Intelligenz. Glückliche Schweine, vermutet er, sind umtriebig und neugierig.
Er hat die Erfahrung gemacht, dass seine Schweine, die Auslauf haben und die Möglichkeit zu wühlen, gesünder sind und weniger Medikamente brauchen, erfahren wir auf daserste.de.
Wenn ein Schwein die Wahl hat und draußen leben kann, dann sucht es sich sein Futter selbst. Ein Großteil davon sind Kräuter und Gräser. Das hoch verdauliche Futter aus der Intensivhaltung hingegen, sorgt häufig für einen übersäuerten Magen oder Magengeschwüre.
Fazit
Kranke Schweine kosten Geld, Zeit und Pflegeaufwand.
Wenn wir mehr über Schweine wissen, könnte das die Arbeit im Betrieb vereinfachen. Denn sie sorgen selbst dafür, dass sie sauber und gesund sind.
Es ist letztlich eine Gleichung, die alle glücklich machen dürfte: Wenn es dem Tier gut geht und es möglichst so leben kann, wie es seiner Natur entspricht, dann ist es gesünder, der Halter oder die Halterin haben weniger Arbeit damit und das Fleisch ist besser.