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Jetzt mal Klartext: Das A B(ock) C der Hühner
Hühner kommunizieren ihre Bedürfnisse, Ängste und Anliegen. Wir können das zum Teil intuitiv verstehen. Weitere Botschaften werden in diesem Blog entschlüsselt.
Wonach kräht der Hahn? Wer ist intelligenter, Krähe oder Huhn? Und was können wir erfahren, wenn wir ganz genau zuhören?
Hühner kommunizieren
Hühner können uns und ihren Artgenossen vermitteln, was sie möchten und was nicht. Sie können uns mitteilen, welches Nest sie zur Eiablage bevorzugen oder ob am Himmel ein Habicht oder nur ein Spatz kreist.
Sie benutzen etwa 30 verschiedene, sinnvolle Lautäußerungen. Sie nutzen sie, um untereinander in ihrer Schar ihr komplexes Sozialleben und ihre Hackordnung zu regeln. Sie tauschen sich untereinander aus und nehmen auch Botschaften anderer Tierarten auf, erfahren wir auf heinis-huehner.de.
Der Hahn beispielsweise hat ein aufmerksames Ohr für die Alarmschreie des Eichelhähers, erfahren wir auf huehnergefluester.de. Dieser Vogel fliegt durch den Wald und schlägt Alarm vor Raubtieren. Der Hahn erkennt diese Alarmsignale, registriert sie und gibt sie an die Hühner weiter.
Selbst mit uns Menschen kommunizieren die Hühner.
Wir verstehen Hühner
Eine Studie zeigt, dass wir Menschen die Gefühle und Bedürfnisse, die hinter den Lauten von Hühnern stecken, meistens richtig deuten und verstehen.
Darin wurde festgestellt, dass sich Laute verschiedener Tierarten ähneln. Bei vielen Arten ist es so, dass aggressive Laute durch tiefe Frequenzen ausgedrückt werden und ängstliche in hohen, erfahren wir auf science.orf.at.
Was wir nicht intuitiv können, müssen wir eben lernen. Ab zum Vokabeltraining. Wir werfen einen Blick ins Wörterbuch.
Tach…
“Hallo” = [gockgock gockgockgock] oder [gackgack Gackgackgack]
Mit diesem Laut begrüßen sich Hühner. Wenn ein Huhn auf Abwege geraten ist und wieder auf die Schar trifft, wird es auf diese Art empfangen. Selbst dem Hühnerhalter wird eine solche Begrüßung zuteil. Sie sagt ihm, dass er akzeptiert wird und mit zur Herde gehört.
Ei kommt
“Ich lege gleich ein Ei und brauche noch einen geeigneten Platz dafür” = [Gaack gaaack gaaack]
Die Laute werden lang gezogen. Die Hühner suchen einen Platz, um in Ruhe das Ei ablegen zu können.
Gerade ein Ei gelegt
“Ich habe ein Ei gelegt” = [gagaga gaagaack]
Das anfängliche “gagaga” ist sehr leise und schnell. Das letzte “gaack” hingegen dehnt sich und ist laut. Das Huhn drückt damit wohl eine Art Freude, Erleichterung und vielleicht auch Stolz aus.
Alles in Ordnung
“Alles okay, kein Grund zur Sorge” = [borrrb]
Dieser Laut weist darauf hin, dass alles in Ordnung ist. Hühner, diese sozialen und aufmerksamen Tiere, versichern so den anderen, dass es gerade keinen Grund zur Sorge gibt, erfahren wir auf blog.omlet.de.
Gefahr
“Hilfe, was war das?” = [bockbock bockbooock]
Hähne und Hühner gebrauchen diesen Alarmruf, wenn etwas sie erschreckt oder Angst in ihnen ausgelöst hat.
Es gibt noch einen zweiten dieser Art. Er klingt fast wie ein aggressives Gurren einer Taube: [grruuu].
Je länger und je lauter, desto größer die Gefahr.
Da liegt was in der Luft
“Da kreist etwas durch die Luft. In Deckung!” = [koor], [kirr] oder [krrr]
Es handelt sich um einen schrillen Schrei. Es klingt fast wie ein Fauchen. Es weist darauf hin, dass sich etwas Bedrohliches durch die Luft bewegt. Fliegeralarm! Die Hühner suchen Deckung und der Hahn behält die Gefahr im Auge.
Die Hühner schauen genau hin. Gefahr ist nicht gleich Gefahr. Aber vor vielem sind Hühner auf der Hut. Spatz, Bussard oder Habicht. Je bedrohlicher der Flieger, desto intensiver der Alarm.
Vorsicht, da ist was im Busch, aber was?
Obacht!… = [giiuuuuu]
Klingt ein bisschen wie ein pfeifender Teekessel. Das geht vom Hahn aus, der aufmerksam die Umgebung scannt und nicht genau weiß, ob da jetzt eine Gefahr kommt. Auf jeden Fall ist da etwas, das ihn hellhörig macht.
Komm her!
“Hier gibt es was Interessantes. Komm mal her!” = [tuck tuck tuck] oder [gluck gluck gluck] oder [bock bock bock]
Mit diesem Laut rufen die Glucken ihre Küken. Die Küken erkennen dadurch ihre Mütter. Damit wird Kontakt gehalten und die Glucken navigieren ihre unwissenden Küken zu guten Pick- und Futterstellen.
Auch der Hahn benutzt diese Laute. Er beordert damit die Hühner zum Futter.
Manchmal benutzt der Hahn diese Laute aber auch, um ein Huhn zu täuschen, es von der Herde wegzulocken und sich mit dem Huhn zu paaren, erfahren wir auf huehner-haltung.de.
Mama, mir ist kalt
“Es ist kalt, ich friere” = [Tiup tiup tiup] oder [biup biup biup]
Ein schwaches, helles und klares Fiepen oder Piepen, das von den Küken ausgeht.
Mecker mecker mecker
“Was willst du, hä?” = [back back]
Dabei springt ein Huhn das andere an und meckert los. So werden auch Rangkämpfe ausgetragen.
Verzieh dich!
“Hau ab, das ist mein Platz!” = [gackgack gaga gagack]
So schreit ein Huhn das andere an, um es wegzuscheuchen.
Gute Nacht allerseits!
“Sind alle da? Dann gute Nacht!” = [wiep wiep]
Beinahe wie ein Zirpen oder das Winseln eines Hundes. Damit versichern sich die Hühner nachts auf der Stange, ob ihre Reihen vollständig sind. Sie schützen und wärmen sich gegenseitig.
Da kräht der Hahn nach
“Seht mich an! Bin ich nicht großartig!” = [kikeriki]
Hähne krähen eigentlich den ganzen Tag über. Nur nachts sind sie still. Um so auffälliger ist es, wenn sie in den frühen Morgenstunden in den stillen Tag hineinkrähen. Dadurch ist der Eindruck entstanden, Hähne krähen zu Beginn des Tages, pünktlich mit den ersten Sonnenstrahlen. Meist kräht er jedoch schon früher.
Es handelt sich dabei um ein Imponiergehabe. Wie bei einem Gorilla, der sich mit gewaltigen Fäusten auf die Brust hämmert. Er schreit seinen Rivalen entgegen, wo sich sein Territorium befindet und dass man sich davon lieber fernhalten sollte, erfahren wir auf swr.de.
Viel Gerede, viel im Kopf
Wer so eine Art der Kommunikation beherrscht, kann doch kaum “dumm sein wie ein Huhn”. Also dem alten Spruch gerecht werden.
Und tatsächlich wurde herausgefunden, dass Hühner in vielerlei Hinsicht so intelligent sind wie Krähen, erfahren wir auf landtiere.de. Die Intelligenz der Hühner und Hähne wird dadurch abgeleitet, dass sie in komplexen Gruppen zusammenleben.
Sie sind in der Lage zu lernen, treffen Entscheidungen aufgrund früherer Erfahrungen, können komplexe Probleme lösen und mit Artgenossen mitfühlen, erfahren wir auf spektrum.de.
Empfehlung
Besonders viel darüber lernen, kann man in diesen beiden anschaulichen und sehr hilfreichen Videos:
Die Hühnersprache einfach erklärt vom “Hühnerkanal” auf Youtube.
Hühner erleben, ebenfalls auf Youtube aber von der Seite huhn-erleben.de.
Fazit
Wer Hühner nur einen Moment beobachtet, merkt gleich, dass sie permanent kommunizieren: Und wer genau hinhört, registriert die vielen unterschiedlichen Laute, die durchs Gehege schwirren.
Beeindruckende Tiere. Es lohnt sich, ihnen zuzuhören.
Wenn wir wissen, was Hühner wollen, können wir ihnen auch besser helfen.