Bleiverbot fürs Angeln und Jagen

Europa soll von vermeidbarem Blei befreit werden. Das trifft die Jagd, das Sportschießen und das Angeln.

Dieser Vorschlag wurde am 27. Februar vorgestellt und muss im EU-Parlament noch abgestimmt werden.

Die Europäische Chemikalienagentur ECHA wurde mit der Aufgabe betraut, wissenschaftliche Grundlagen für diese Entscheidung zu sammeln. In der EU sind es jährlich 44.000 Tonnen Blei, die vermieden werden könnten.

Davon entstehen 57% durch das Sportschießen, 32% durch die Jagd und 11% durch das Angeln.

Kein Blei mehr am Haken

Beim Angeln geht es dabei um bleihaltige Angelköder- oder Bleisenker. Letztere werden benutzt, um Köder unter Wasser zu halten.

Solches Zubehör kann von der Angelrute reißen und auf den Grund eines Gewässers sinken.

Für die Umrüstung bleihaltiger Angelgeräte stehen einige Alternativen zur Verfügung: Tungsten, Wolfram, Eisen, Steine und sogar Glas.

Der Haken ist, dass einige Alternativen teuer sind.

Kein Blei mehr in der Flinte

Beim Jagen und Sportschießen soll die bleihaltige Munition verschwinden. Zum Teil gibt es solche Verbote bereits in manchen Bundesländern. In Niedersachsen ist es beispielsweise schon verboten, in Gewässernähe mit bleihaltiger Munition zu jagen.

Gerade bei der Jagd richtet Blei einen erheblichen Schaden an. Es besteht die Gefahr, dass Tiere, die durch Bleikugeln getötet wurden, von Raubtieren gefressen werden. Bei Raubvögeln ist es zum Beispiel so, dass deren effektive Magensäure Blei zersetzt und sich das giftige Schwermetall so in den Körpern ausbreiten kann, was zu einer Bleivergiftung und zum Tod führt.

Auch hier gibt es bereits Alternativen, die in den letzten Jahren bewiesen haben, dass sie „effizient, waid- und tierschutzgerecht“ töten.

Die Umrüstung verspricht allerdings auch hier teuer zu werden. Manche Schießstände blicken mit Grauen auf die 700 Millionen Euro, die die Umrüstung allein für deutsche Schießstände kosten dürfte.

Was ist so schlimm am Blei?

Für Blei gibt es natürliche Quellen. Zum Beispiel Vulkanausbrüche. Blei gibt es in der Luft und im Wasser. Doch genau so entsteht es durch uns Menschen. Und lange Zeit war es ein integrierter Bestandteil unseres Alltags.

Das Bemühen, Blei aus Europa zu verbannen gibt es schon länger. So wurden in den letzten Jahren viele bleihaltige Gegenstände aus unserem Haushalt entfernt. Es befand sich in verschiedenen Haushaltsgegenständen, in Schmuck, Farben und sogar in unserem Treibstoff. „Bleifrei“ ist seit dem jedem ein Begriff.

Auf uns Menschen hat Blei eine heftige Wirkung. Wir nehmen es durch die Luft, das Trinkwasser oder unsere Nahrung auf. Es gelangt in unseren Blutkreislauf, unsere Muskeln, Neuronen und dringt selbst bis in die Knochen. Dort kann es uns bis zu 20 Jahre lang „in den Knochen liegen“.

Bleivergiftungen könen Krämpfe auslösen oder uns ins Koma oder den Tod bringen.

In der Schwangerschaft kann Blei an das Kind weitergegeben werden. Auch nach der Geburt durch die Muttermilch noch. Kinder laufen Gefahr, in ihrer Entwicklung körperlichen und geistigen irreversiblen Schaden zu nehmen.

Durch das Bleiverbot, das die EU anvisiert, könnte unsere Umwelt in 20 Jahren von 630.000 Tonnen Blei verschont werden und damit auch wir selbst.

 

Genutzte Quellen

https://www.nordkurier.de/panorama/neues-verbot-der-eu-wird-viele-angler-kalt-erwischen-3426159

https://www.dafv.de/themen/politik/europaarbeit/eu-kommission-veroeffentlicht-entwurf-fuer-bleiverbot-beim-angeln

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/gesund-leben/umwelt-und-gesundheit/chemikalien/chemikalien-a-z/blei.html

https://echa.europa.eu/de/hot-topics/lead-in-shot-bullets-and-fishing-weights

https://www.pirsch.de/news/komplettes-bleiverbot-bei-der-jagd-das-koennte-jaegern-jetzt-drohen-40735

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