Warum picken Hühner?

(Bild: Shutterstock)

Welche Motivationen stecken hinter diesem einen Verhalten

In diesem Blog lernen wir etwas über das Pickverhalten von Hühnern.

Es bestimmt ihren Tag und hält sie bei Laune. Doch wenn sie diesen natürlichen Drang nicht ausleben können, wendet er sich in eine zerstörerische Richtung.

 

Perpetuum Mobile: Das Huhn und sein Pickverhalten

Der Blick der Hühner ist stets auf den Boden gerichtet, immer wieder ruckt der Kopf nach vorne, zersticht und zerhackt den Boden. Aus vielen Gründen schwingen sie ihre Schnäbel.

Natürlich nehmen sie durch das Picken erst einmal Nahrung auf. Dabei scheint es ihnen am meisten Spaß zu machen, wenn ihr Futter nicht frei zugänglich ist, sondern wenn sie dafür all ihre Fähigkeiten einsetzen können: scharren, ziehen, rupfen oder hacken.

Doch das ist nicht der einzige Grund. Man konnte beobachten, dass Hühner selbst dann nicht zu picken aufhören, wenn sie satt und vollgefuttert sind.

Hühner können sehr neugierig sein und besitzen einen Erkundungstrieb. Dafür benutzen sie ihre sensiblen und von feinen Nerven durchzogenen Schnäbel. Was oft nach schnellen, ziellosen und groben Hackbewegungen aussieht, ist tatsächlich ein behutsames Ertasten der Umwelt.

Daneben gibt es noch einen, sagen wir, gestalterischen Drang. Denn es scheint ihnen ein Vergnügen zu bereiten, Oberflächen und Gegenstände zu verändern; an ihnen zu zerren und sie mit dem Schnabel zu zerlegen.

Alles in allem eine nie endende Bewegung – Perpetuum mobile.

 

Alles andere als picklebendig: fehlgeleitetes Erkundungspicken

Doch wie es so ist, mit Tieren, die eifrig ihre Umgebung erkunden und sich neugierig durch Objekte picken oder tasten: Wenn die Umgebung sich nicht verändert und keine Anreize mehr bietet, langweilen sich solche Tiere. Und gerade bei Hühnern kann das schlimme Folgen haben.

Ödnis und fehlende Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden, führt dazu, dass sich die Neugier der Hühner nicht etwa auflöst, sie richtet sich auf ihre nächste Nähe. Und wenn im Stall Hühnerfedern liegen, probiert das Huhn sie aus Langeweile aus. Wenn dort sonst nur ein anderes Huhn steht, fängt es an, darauf zu picken. Schlimmstenfalls werden die Hühner zu Kannibalen.

Das kann sehr grausam aussehen. Man weiß inzwischen, dass Hühner gerade auf die Farbe des Blutes sehr neugierig reagieren und es sie animiert weiterzupicken. Manche Hühner picken solange weiter, bis das andere Huhn verblutet.

Nicht nur Langeweile löst Federpicken aus. Es gibt viele Ursachen, welche dieses Fehlverhalten hervorrufen können. Die Wissenschaft ist sich noch nicht einmal sicher, alle zu kennen. Sogar das Wetter oder die Beleuchtung können Federpicken begünstigen. Außerdem findet man dieses unerwünschte Fehlverhalten in allen Haltungsformen.

Als sicher hingegen gilt, dass es kein brutaler oder grausamer Akt der Hühner ist. Denn man konnte beobachten, dass die Haltung der Hühner, die auf ein anderes einpicken, nicht aggressiv und wild ist, sondern gelassen und entspannt und eher an die Körperhaltung erinnert, die sie einnehmen, wenn sie fressen.

Vermutlich ist dieses für uns so grausame Aufeinandereinpicken nichts anderes als ein “fehlgeleitetes Erkundungspicken”, der desaströse Versuch in dem eintönigen Käfig ein wenig Beschäftigung zu haben.

 

Platz da! Raum zum Picken

Hühner brauchen die Möglichkeit und den Raum zum Picken. Wir haben zwar gehört, dass Federpicken in allen Haltungsformen auftreten kann, doch können Hühnern mit Platz mehr Möglichkeiten geschaffen werden, sich zu vergnügen. 

Ein Raum oder Platz im Gehege sollte Hühner ermuntern, diesen zu erkunden. Das schaffen Böden, auf denen sie scharren und die sie zerwühlen können; Pflanzen, Fäden oder Schnüre, an denen sie ziehen, zerren und rupfen können.

Und dann ist es wichtig, die Hühner zu beobachten. Nach einiger Zeit ist alles erlebt, alles wurde erkundet. Wie Kinder auf einem Spielplatz mit nur einer rostigen Rutsche und einer Schaukel, ist bald alles ausprobiert, die Langeweile kommt zurück.

Daher ist es wichtig, selbst abwechslungsreiche und freie Gehege, beizeiten umzugestalten, um neue Anreize und Möglichkeiten für Erkundungstouren und Neugierde zu schaffen.

 

Picksteine: das Fundament eines beschäftigten Huhnes

Es gibt viele Möglichkeiten, das Pickinteresse eines Huhnes auf sich zu lenken. Es gibt Einstreu, es gibt Magensteinchen, Muschelschalen und Gemüse: Möhren, Rüben oder Salat. Alles, was erstmal tüchtig zerfleddert werden muss.

Was es aber außerdem noch gibt, sind Picksteine. Sie haben die Vorteile, dass sie in verschiedenen Härtegraden erhältlich sind. Durch ihre Oberfläche sorgen sie dafür, dass sich der Schnabel des Huhns auf natürliche Weise abnutzt.

Hier gibt es die Picksteine von Feld und Stall: Witteler Pickme Duo-Picksteine für Geflügel

 

Fazit

Hühner sind, wie sie sind: Sie picken nach etwas, so wie wir nach etwas greifen oder mit den Augen erkunden. Ihre Neugier ist groß und kann sogar unter die Haut gehen.

Das Picken hört niemals auf. Wir können es immerhin auf gewünschte Objekte lenken.



genutzte Quellen:

tier-im-fokus.ch

mud-tierschutz.de

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