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Wölfe abknallen leicht gemacht

(Bild: Shutterstock)

Schnellabschussverfahren bei wiederholten Wolfsrissen

Vor 20 Jahren ließ man den Wolf nach Deutschland zurückkehren, nachdem er vor 150 Jahren ausgerottet wurde. Im Jahr 2000 wurden die ersten freilebenden Wolfswelpen in Deutschland geboren.

Inzwischen sind über 1300 einzelne Wölfe nachgewiesen und durch ein Wolfsmonitoring verbucht. Jäger und Landwirte schätzen die Wolfspopulation jedoch doppelt so hoch ein, auf 3000 Tiere.

Während wir Menschen davon ausgehen können, von den menschenscheuen Wölfen nicht angegriffen zu werden, sieht es für unser Weidevieh anders aus. Das Raubtier hat Hunger und kämpft um seinen Platz: 2023 wurden durch Wölfe mehr als 4000 Nutztiere verletzt und über 1000 gerissen.

Bisher wurde ihm das leicht gemacht. Durch die Berner Konvention und die FFH-Richtlinien (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien) ist sein Fell europaweit geschützt. 

Wenn ein bestimmter Wolf zu einem dauerhaften Problem für eine bestimmte Herde wurde, sprich, wenn er sie mehrmals angriff, durfte er getötet werden; der “Natur entnommen”, wie man sagt. Dafür musste allerdings erst der aufwändige Beweis erbracht werden, dass es ein und derselbe Wolf war. Das erreichte man mithilfe einer DNA-Analyse des Wolfes.

Erschossen werden durften also nur einwandfrei identifizierte Wiederholungstäter. Seit 2017 wurden auf diese Art 12 Wölfe erschossen.

Einige Bundesländer, deren Viehhalter besonders unter Wolfsangriffen leiden, wie Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen, wollen das Verfahren abkürzen und vereinfachen.

Seit Ende März hat Niedersachsen ein Schnellabschussverfahren durchgerungen. Das bedeutet: Wenn ein bestimmter Wolf mehrmals die gleiche Herde angreift, darf er zum Abschuss freigegeben werden. Dann darf er 21 Tage lang im Umkreis von 1 Kilometer um die Herde getötet werden.

Naturschützer und Naturschützerinnen stören sich daran. Denn der Wolf gilt in Europa immer noch als “besonders schützenswertes” Tier, dessen Überleben gefährdet ist.

Das zeigen auch die Strafen, die blühen, wenn jemand das Recht selbst in die Hand nimmt. Ein geschossener Wolf ohne Genehmigung kostet den Jagdschein, Geldbußen von bis zu 50.000 Euro und kann sogar zu mehrjähriger Haftstrafe führen. 

Es ist bereits gängige Praxis, Wölfe im Problemfall zu erschießen. Was sich mit dem Schnellabschussverfahren ändern könnte, ist, dass Wölfe schneller, unbedenklicher und ohne eindeutigen Nachweis erschossen werden.

 

genutzte Quellen:

https://taz.de/Woelfe-zum-Abschuss-freigegeben/!6000857/, zuletzt besucht: 18.05.2024

https://www.bmuv.de/themen/artenschutz/nationaler-artenschutz/der-wolf-in-deutschland/ueberblick-der-wolf-in-deutschland#:~:text=In%20ganz%20Deutschland%20lebten%20nach,Wolfsterritorien%20insgesamt%201.339%20Wolfsindividuen%20nachgewiesen., zuletzt besucht: 18.05.2024

https://www.geo.de/natur/tierwelt/woelfe-in-deutschland–naturschutzerfolg-oder-problemfall–33797434.html, zuletzt besucht: 18.05.2024

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/wolf/deutschland/index.html, zuletzt besucht: 18.05.2024

https://www.geo.de/natur/tierwelt/-problemwoelfe–duerfen-schneller-abgeschossen-werden—jaeger-zeigen-sich-enttaeuscht-34250410.html, zuletzt besucht: 18.05.2024

 

 

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