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Methanarme Kuhzüchtungen

(Bild: Shutterstock)

Ein Schadstofffilter im Genpool von Rindern entdeckt

In diesem Blog erfahren wir mehr darüber, dass gerade Rinder gezüchtet werden, die durch bestimmte Mikroben im Pansen weniger Methan ausstoßen sollen.

Kann das funktionieren? Was ist so schlimm an Methan? Und gibt es noch andere Wege in der Viehzucht, um Methan einzusparen?

 

Methan is in the air

Über längere Zeiträume waren die Methanwerte in unserer Erdatmosphäre konstant. Das heißt, es stieg immer wieder etwas auf und gleichzeitig wurde Methan gebunden oder abgebaut. Seit 2007 konnte man jedoch beobachten, dass mehr Methan in die Atmosphäre strömt, als abgebaut wird – die Werte steigen. 2014 haben sich die Werte sogar verdoppelt.

Als Reaktion werden überall Stimmen laut, die darauf drängen, an allen Fronten Methan zu reduzieren. Es gibt natürlich viele Quellen: In der Energieerzeugung wird es freigesetzt, aus Mülldeponien geht es in die Luft und es steigt aus Sümpfen, Mooren, Seen und Reisfeldern auf.

Ein großer Teil davon kommt aus der Viehhaltung. Wiederkäuer wie Schafe, Ziegen und vor allem Rinder fressen Gräser, Kräuter und Heu. Sie mampfen die schwer verdaulichen Pflanzenfasern. Diese werden dann im Pansen der Tiere von Bakterien und anderen Mikroben zersetzt. Dabei entsteht Wasserstoff (H²) und dieser wird mit Kohlenstoff (C)  zu Methan kombiniert: Methan=CH4.

Bei Rindern werden 95% des farb- und geruchlosen Methangases durch das Maul wieder ausgerülpst. Der Rest entweicht durch den Darm.

Wenn man diese Mikroben daran hindern könnte, Methan abzubauen, wäre viel für die Umwelt erreicht; davon gehen einige Wissenschaftler aus. Zunächst aber gucken wir uns an, was Methan so gefährlich macht.

 

CH4, die Formel für einen glühenden Planeten

Methan ist zunächst ein natürliches Treibhausgas, das dabei hilft, Wärme auf der Erde zu halten und sie so überhaupt erst lebenswert zu machen. Ein Problem gibt es, wenn die Konzentration der Treibhausgase zu hoch wird und zu viel Wärme zurückgehalten wird. Die Erde erwärmt sich dadurch mehr, als sie ertragen kann.

Seit unserer Industriezeit (etwa ab 1760) haben allein die Methangase, die wir in die Luft getrieben haben, ⅓ der Erderwärmung verursacht. Seit dieser Zeit hat sich die Konzentration um das 2,6-fache gesteigert, von 729 ppb (parts per Billion) im Jahr 1750 zu 1866 ppb im Jahr 2019.

Zwischen den anderen Treibhausgasen, wie CO², Wasserdampf und N²O (Lachgas), muss sich Methan keineswegs verstecken. Es ist zwar in viel geringerer Menge in der Erdatmosphäre vertreten, hat aber einen kräftigen Effekt auf unser Klima.

Man sagt, Methan sei 28 mal so klimaschädlich wie CO². Warum? Methan kann einerseits selbst mehr Wärme aufnehmen als CO². Und sorgt andererseits für die Entstehung von Wasserdampf, wodurch es noch wärmer wird.

Gute Gründe, einmal genauer zu schauen, wo man Methan einsparen könnte.

 

Klimafreundliche Züchtungen

Wissenschaftler fanden heraus, dass es im Pansen von manchen Rindern Mikroben gibt, die dafür sorgen, dass das jeweilige Rind weniger Methan ausstößt. Die Mikrobe mit dem unaussprechlichen Namen “Succinovibrionacecae” hat die ausgesprochen nützliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass im Kuhmagen weniger Methan entsteht.

Daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten für unser Klima. Wissenschaftler hoffen einerseits, dass  bereits geborene Rinder damit geimpft werden könnten und andererseits, dass zukünftig gezielt Rinder gezüchtet werden könnten, denen diese Mikrobe den Magen filtert.

In Europa noch Theorie, in Kanada bereits zum Verkauf stehende Praxis. Dort werden Rinder bereits unter dem Verkaufsargument “methaneffizient” angeboten.

Allerdings schaffen die Filter-Mikroben nur 30% des Methans zurückzubehalten. Es verringert die Werte des Methanausstoß jeder Kuh zwar, lässt aber noch viel durch. Das finden zumindest andere, die sich tiefgehender mit der Ernährung der Rinder auseinandergesetzt haben.

 

Methandiät

Man ist sich darüber einig, dass viel Methan durch die pflanzenfaserreiche Ernährung entsteht. Daher wird nach Alternativen geschaut. Seetang könnte eine solche sein. Auch Knoblauch kann den Methanausstoß verringern.

Das “richtige” Futter könne den Methanausstoß jeder einzelnen Kuh um 70% schmälern.

Allerdings gibt es noch ein paar Unsicherheiten in wichtigen Punkten. Es gibt noch keine Ergebnisse, ob solche Zusätze auf Dauer schädlich sind oder auf Dauer ihren gleichbleibenden Nutzen haben.

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Geschmack der Milch sich verändern würde.

Dass sich die Jahreszeiten und das Futter auf die Bestandteile der Milch auswirken, darüber haben wir bereits in einem anderen Blog geschrieben: Steigender Butterpreis: flüssiges Goldgelb.

 

Fazit

Spannend zu erfahren, wo man überall etwas verändern könnte.

Es muss nur wieder aufgepasst werden, dass die Kuh nicht zu ihrem Nachteil verzüchtet wird. Und dass nicht durch die Möglichkeit, Methan einzusparen, weitere Pflichten und Auflagen für Landwirte und Landwirtinnen erwachsen, die ihnen den Arbeitsalltag erschweren.

 

genutzte Quellen:

bauernverband.de

landschaftleben.at

nationalgeographic.de

ardalpha.de

wochenblatt-dlv.de

swissinfo.ch

zeit.de

quarks.de

web.de/magazine/wissen/klima

dwd.de

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